DEGUM Wissenschaftspreis 2017 und weitere Publikationen

Preisträger Wissenschaftspreis 2017 der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

Im Rahmen des Ultraschalldreiländertreffens 2017 in Linz erhielt Dr. rer. nat. Dr. med. Milka Marinova, Bonn den DEGUM-Wissenschaftspreis 2017 für drei Originalarbeiten zum Thema hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU) beim inoperablen Pankreaskarzinom:

  • „High-intensity focused ultrasound (HIFU) for pancreatic carcinoma: evaluation of feasibility, reduction of tumour volume and pain intensity“
  • „Klinischer Einsatz des hochintensiven fokussierten Ultraschalls (HIFU) zur Tumor- und Schmerzreduktion bei fortgeschrittenem Pankreaskarzinom“
  • „Hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU) zur Linderung tumorbedingter Schmerzen bei inoperablem Pankreaskarzinom“.

 

 

 

 

Zwischenzeitlich gab es eine weitere Studie, die sich den  Auswirkungen der HIFU-Therapie auf die durch die Bauchspeicheldrüsenkarzinome ummauerten Gefäße widmete.

Ziel der Studie war die Auswirkungen der US-gesteuerten HIFU-Therapie auf die großen Oberbauchgefäße bei Patienten mit inoperablem Pankreaskarzinom zu untersuchen. Dazu wurden die sonographischen und computertomographischen Untersuchungen von 50 konsekutiv mit HIFU behandelten Patienten (26 Männer und 24 Frauen) zwischen 4182 (65,0±10,2) Jahren vor und unmittelbar nach der HIFU-Therapie sowie nach 6 Wochen, 3 und 6 Monaten beurteilt. Die Auswertung erfolgte durch zwei unabhängige Untersucher, aufgeschlüsselt nach Gefäßen und Grad der Gefäßbeteiligung (0= keine Gefäßbeteiligung, 1= Tumor reicht an das Gefäß heran, keine Einengung, 2 = mäßige Gefäßeinengung, 3= filiforme Gefäßeinengung, 4 = Gefäßverschluss).

Ergebnisse: Vor HIFU-Therapie lag bei 42 der Patienten eine Beteiligung der arteriellen, bei 47 Patienten der venösen Gefäße und bei 47 Patienten von beiden vor. Dabei wiesen 10 Patienten eine tumorbedingte filiforme arterielle Gefäßeinengung, drei einen Verschluss der A. mesenterica sup., nahezu die Hälfte (n=24) einen Verschluss von V. mesenterica sup., Pfortader oder Milzvene auf. Trotz dieser Gefäßummauerung und der zum Teil massiv erkennbaren Kollateralgefäße konnte eine HIFU-Therapie bei allen Patienten klinisch komplikationslos durchgeführt werden. Die Kontrollen unmittelbar nach durchgeführter HIFU-Behandlung zeigten bei 47 der Patienten (94%) keine Änderung des Gefäßstatus. Durch Tumorprogress kam es bei 11 Patienten zu einer zunehmenden Gefäßeinengung ab der sechsten Woche bis hin zum Verschluss nach 6 Monaten.

Schlussfolgerung: Eine HIFU-Ablation beim lokal fortgeschrittenen Pankreaskarzinom ist auch bei mesenterialer Gefäßbeteiligung und ausgeprägten Umgehungskreisläufen sicher möglich. Im Einzelfall kann es bei bereits zuvor tumorbeteiligten Gefäßen zu einer weiteren Einengung kommen; bei den meisten Patienten (94%) hat die Therapie trotz z.T. hochgradiger Stenosen keine nachteilige Auswirkung auf die Gefäßsituation.

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