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Ikonen der Rundlichkeit

Dürfen es 100 Gramm mehr sein?

»Die beste Beilage zu einem Kotelett ist ein Kotelett.«

(Dr. Samuel Lahnsan (1709 bis 1784) englischer Arzt, Essayist und Herausgeber Shakespears »Falstaff« etc.)

In seiner Studie "Masse und Macht" erörtert der Schriftsteller Elias Canetti den Zusammenhang zwischen Essgewohnheiten und der Macht, die diese einem über die Umwelt verleihen. Es gibt danach Stämme, die nicht den besten Jäger zum Häuptling machen, sondern den Meistesser, dessen Talent die Vertilgung der Beute ist. "Sein immer gestillter Appetit erschein ihnen als eine Gewähr dafür, dass sie selber nie lange Hunger leiden werden. Sie verlassen sich auf seinen gefüllten Bauch, als hätte er ihn für sie alle mitgefüllt". Nach Ansicht von Richard Klein, Professor für Romanistik (!) im amerikanischen Cornell, sind diese Wilden vernünftiger als amerikanische Führungskräfte, bei denen der dicke Bauch als Statussymbol durch die korpulente Luxuslimusine oder das Pariser Modellkleid für die Frau Gemahlin ersetzt worden ist. Jahrtausende lang hat die Menschheit unter korpulenten Königen wie im Schlaraffenland gelebt. Wenn der Magen der Untertanen knurrte, ass wenigstens das Auge mit. Erst der Leistungsträger des 21. Jahrhunderts ist froh, dass er kein Dicker ist.

 

Wahrscheinlich verkennt Professor Klein die Denkweise der vormodernen Kulturen, deren Bilder er vorab den Ikonen der Rundlichkeit entnimmt. Wenn ein Maler die Fülle allegorisch als üppig gepolsterte Weibsperson darstellte, sollten Damen das Bild nicht als Aufforderung zum Naschen verstehen. Auch wenn die fetten Jahre wiedergekehrt sind, sind es doch keine Jahre der Fetten. In den westlichen Ländern bilden die breithüftigen Bürger die Basis der sozialen Pyramide: Statistisch wie symbolisch ist Übergewicht ein Armutssignal. Die im Sozialstaat nicht mehr offen ausgesprochene Vorstellung, dass die Armen selbst an ihrem Unglück schuld seien, scheint der sorglose Umgang mit dem Körper zu bestätigen. Wenn "Selbstkontrolle zeigt/ wer seinen Gürtel enger schnallt", darf der Häuptling nicht mehr der Meistesser sein.

Ein gutes Beispiel für diese Theorie ist der abgetretene U.S.-Präsident Clinton. Die Pizzalieferungen an das Weisse Haus nahmen regelmässig um 18 % zu, wenn die Präsidentengattin auf Dienstreise war. Als jedoch Korruptionsvorwürfe dem Präsidenten zusetzten, achtete er wieder vermehrt auf seine Linie. Am eigenen Leib verdeutlichte das Oberhaupt der Republik, dass den Staatskörper keine Wucherungen befallen hatten. Die moralische Leistung stand für die gesellschaftliche Stellung: Clinton musste glaubhaft machen, dass er nicht zur Klasse jener Geschäftemacher gehörte, die ihre Profite mit Bier und Hamburgern feiern. Ist es doch gerade diese Art von Nahrungsmitteln, die sich am schnellsten auf den Hüften bemerkbar macht, während präsidiale Besuche in Pariser Luxusrestaurants bei Staatsanlässen diesbezüglich ungefährlicher sind.

Der Volksmund wusste es schon immer: Dummheit frisst, Intelligenz säuft. Das muss allerdings ein passionierter Trinker überliefert haben. Denn waren Torquato Tasso, Martin Luther oder Rainer Maria Rilke dumm? Ihre Leibspeisen waren jedenfa1ls Süssigkeiten, Kuheuter oder Gurken, gefüllt mit Mett. Rainer Maria Rilke war allerdings ein dünner Mann, er hatte keine Probleme, während Luther besser nicht in einen Kaninchenbau geriete. Dort wäre er steckengeblieben wie Pooh der Bär, denn dem hatte der Honig zu gut geschmeckt. Pooh immerhin wusste, dass nicht er an seinem Dilemma schuld war: Das kommt davon, wenn man die Eingangstür zu klein macht, belehrte er den Gastgeber.

Doch wenn man abnehmen will, ist es mit Argumenten oder Meinungsäusserungen allein nicht getan. Schlankheit ist allein schon wünschenswert "wegen des besseren Anschlusses im Beischlaf und der Mannigfaltigkeit der Bewegung", so Oeorg Christoph Lichtenberg (1742 bis 1799), der zwar auch schon lange tot ist, dessen Aphorismen man aber immer wieder mit Gewinn liest. Da Schlanksein schön und modem ist und die barocken Formen nicht mehr gefragt sind, gilt es etwas zu tun, um den Idealen des Tages zu genügen. Nur was?

Einfach zu hungern ist zu primitiv, besser ist eine ausgeklügelte, am besten mit dem Namen des Therapeuten abgesegnete Kur zum Beispiel auf einer Diätfarm, wo den Gästen bereits zum Frühstück statt Speck und Eiern ein Rhabarbermus mit Buttermilch und Gurkensud vorgesetzt wird, wobei gerätselt werden darf, ob das Gebräu zum Essen oder zum Einreiben ist. A propos Frühstück: Wo der frisch gepresste Orangensaft sei? Und die Pancakes? Der Ahornsirup?

Auf seiner Europareise 1865 suchte der junge Louis Comfort- Tiffany ausser den Mosaiken von Ravenna und den Glasfenstern von Chartres vor allem eines: "Ein gutes amerikanisches Frühstück". Wir können uns darunter partout nichts vorstellen. Doch der verwöhnte Sohn einer Juweliersdynastie hegte so seine Erwartungen. Im Pariser Hotel Crillon hatte man ihm immerhin noch Crepes servieren können ("fader Ersatz"). Im Petit Moulin in Chartres nicht einmal mehr das. Stattdessen wollte man ihm Madeleines unterjubeln, dazu Foie gras und Taubenfleisch ("wahrscheinlich von der Westfassade"). Pas de chance. Soweit das Frühstück mit Tiffany. Wer abnehmen will, kann auch gleich in die USA fahren, weil es wohl kein anderes Land in der Welt gibt, in dem Grundnahrungsmittel wie z.B. Brot so grundlegend abstossend sind wie dort.

Für Personalchefs gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte zuerst: Dicke sind nicht selbst an ihrer Körperfülle schuld. Die gute Nachricht: Das Vorurteil, dass Dicke öfter krank, lethargisch oder apathisch seinen, hat die Daten von repräsentativen Untersuchungen auf seiner Seite. Dicke sind öfters depressiv und sterben auch früher, aber das ist für Personalchefs weniger interessant als für die Rentenversicherung. Darauf zu achten, ob das Unternehmen es sich leisten kann, sie einzustellen, dürfte sich lohnen. Darüber reden darf man nicht, weil man sich fürchtet, als diskriminierend eingestuft zu werden. Schwieriger wird es, wenn man den Dicken helfen will, von ihrer Körperfülle herunter zu kommen.

Es ist unbezweifelbar, dass die oft gehörte Versicherung der Wahrheit entspricht: "Aber ich esse doch gar nicht viel". Mindestens dürfen wir annehmen, dass normale Dicke nicht mehr essen als diejenigen, deren Körperfülle nicht auffällt. Es kommt noch schlimmer. Wir alle kennen die Behauptung, dass es "an den Drüsen" liege und sind es seit langem gewohnt, mit gelassen-ungläubigen Lächeln darauf zu reagieren. Aber sie stimmt. An den Drüsen des endokrinen Apparats, speziell an den insulinproduzierten Zellen der Bauchspeicheldrüse, liegt es tatsächlich. Ebenso wenig zu bezweifeln ist die Beobachtung, dass manche sehr dünne Menschen ganze Sahnetorten verschlingen können, ohne dabei zuzunehmen. Eine Sache von genetischem Glück oder Pech? Offenbar hat die Natur, wenn es um den Stoffwechsel geht, die Menschen nicht mit gleichen Startchancen ausgestattet!

Wir geraten bereits in Schwierigkeiten, wenn wir definieren wollen, wer zu den Dicken gehört. Eine der ältesten Formeln dafür hat der französische Arzt Paul Broca gefunden, der festlegte, dass die Körpergrösse in Zentimetern minus 100 das Normalgewicht darstellt. Das Idealgewicht liegt noch 10 % darunter - bei Männem. Bei Frauen sollten es 15 % sein.

Aber was machen wir mit Leistungssportlern ? Die amerikanischen Einberufungsbehörden, geeicht auf die Brocaformel, stiessen im 2. Weltkrieg auf football-Spieler, die alles andere als dick waren und unzweifelhaft ein viel zu hohes Körpergewicht aufwiesen. Sie zeigten einen Knochenbau und Muskeln, die zu ignorieren für eine an Schlagkraft interessierte Armee Unfug gewesen wäre.

Auf der anderen Seite stehen alle jene, die offenbar nicht übergewichtig sind, aber alles andere als eine sportliche Figur haben. Es scheint nicht schwierig zu sein, schlank zu sein und trotzdem fett. Auch das wird von der Brocaformel nicht erfasst. Der in Amerika oft verwendete "body mass index" BMI - Körpergewicht geteilt durch das Quadrat der Körperlänge - ist nur wenig besser. Auch er arbeitet nur mit den beiden Parametern Körpergrösse und Gewicht. Er ist immerhin etwas flexibler, weil er einen grösseren Toleranzbereich für das noch gesunde Normalgewicht zulässt. Gelegentlich wird auch die Bestimmung des Sollgewichts nach Bomhardt verwendet, die die Körperlänge in Zentimetern mit dem mittleren Brustumfang multipliziert, das Produkt durch 240 teilt und so ein Sollgewicht ennittelt. Den Anteil, den das Fett am Körpergewicht hat, kann man so oder so nicht messen, bestenfalls abschätzen. Wir wollen das Wort präzise verwenden und nicht jeden, der uns unförmig oder unproportioniert erscheint, als fett titulieren. Uns interessiert nur die vom Körper angelegte Energiereserve. Bei Männem findet sie sich eher in Form eines Bauches, bei Frauen an den Oberschenkeln, am Gesäss, den Oberannen und auch am Bauch. Bei dicken Männem besteht aus ärztlicher Sicht ein grösserer Handlungsbedarf als bei dicken Frauen. Das spiegelt sich im jeweiligen Interesse der beiden Geschlechter an Diäten nicht wider.

Moderne Mediziner sprechen natürlich nicht von den Dicken. Das wäre zwar präzise und eindeutig, aber man steht dann unter dem Verdacht, diejenigen zu diskriminieren, denen man helfen will. Am Thema interessierte Internisten reden auch nur hilfsweise von Übergewicht, da der Begriff sich halt eingebürgert hat. Liebend gern verwenden sie dagegen den Begriff Adipositas, also Fettsucht. Die erklären sie für vorhanden, wenn der Anteil des Fettgewebes im Körper einen bestimmten Schwellenwert überschritten hat. Das Körpergewicht spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.

Wieviel Fett enthält der Körper eines bestimmten Menschen ? Das zu messen ist nicht einfach. Man kann z.B. mit einem Messzirkel, dem sogenannten Caliper, die Dicke von Hautfalten messen. Das Verfahren ist brauchbar, aber nur mittelmässig genau. An der Universitätsklinik in Ulm ersannen Ärzte ein intelligentes Wiegeverfahren, bei dem der Patient in ein Wasserbecken eingetaucht wird. Da das Körperfett und die Magermasse, die definitionsgemäss aus Wasser, Muskeln und Organen besteht, unterschiedliche spezifische Gewichte aufweisen, lässt sich aus der Wasserverdrängung recht genau die Körperzusammensetzung errechnen. Der Nachteil dieses "Ulmer Fasses" ist, dass nur Gesunde so untersucht werden können: Immerhin müssen die Patienten 30 Sekunden in völliger Ruhe unter Wasser aushalten, was nicht jedennanns Sache ist. Einfacher ist die Messung mit einem elektronischen Gerät zu bewerkstelligen, das den unterschiedlichen elektrischen Widerstand der einzelnen Körperregionen aufzeichnet. Diese Methode, die Körperimpedanzmessung genannt wird, arbeitet mit einem schwachen Stromstoss, der schnell, schmerzlos und -zumindest bei allen, die keinen Herzschrittmacher tragen - risikolos anzuwenden ist.

Brandneu ist sie nicht. Entwickelt wurde sie für die Tierzucht in Ländern, die über regulierte Märkte für landwirtschaftliche Produkte verfügen. Handelsklassen mit ihren Richtpreisen beruhen darauf, dass der Fettanteil des Schlachtfleisches genau angegeben werden kann - praktischerweise so früh, dass der Landwirt noch etwas an der Ernährung seiner Rinder, Schweine und Schafe ändern kann. In der Intensivmedizin ist das Gerät, natürlich zu anderen Zwecken, ebenfalls weit verbreitet.

Noch häufiger dürfte es sich in den Labors der Leistungszentren für Sportler finden. Die Erfolge, die mit anabolen Steroiden oder künstlichen Wachstumshormonen beim Muskelapparat erzielt werden, oder auch nicht, können hieb- und stichfest sichtbar gemacht werden - Trainer und andere Interessenten an Medaillen sind nicht mehr auf subjektive Urteile über die ästhetische Wirkung der Körper von gedopten Spitzensportlern angewiesen.

Radiologisch kann der Gehalt des Körpers an Fett, Muskelmasse und Knochen nach der Dexa-Methode bestimmt werden. Der Terminus Dexa bedeutet "dual energy x-ray absorptiometry", die Geräte werden hauptsächlich zur Mineralometrie bei der Osteoporosediagnostik eingesetzt. Das Dexa- Verfahren ist für die Adipositasbehandlung eine interessante Methode, die bei der Gewichtsabnahme den Fettanteil misst und allfällig feststellen kann, ob gleichzeitig auch ein unerwünschter Abbau bei der Muskelmasse stattfindet. Bei wiederholten und erfolglosen Diätversuchen steht zu befürchten, dass der Fettansatz oft schnell und übermässig wieder zunimmt und andererseits aber die abgebaute Muskelmasse sich nicht wieder erholt: vermehrtes Fett auf Kosten zunehmend verminderten Muskulatur.

 

Die Messung der Körperzusammensetzung ist allerdings keine Pflichtleistung der Krankenkassen, lediglich bei der präoperativen Abklärung chirurgischer Adipositasbehandlung, beispielsweise vor Magenbanding oder Dünndarmbypass. Ist der Fettgehalt des Körpers einmal bestimmt, und ist er, wie meistens, zu hoch, ergibt sich Frage, was dagegen zu tun ist. Zwar ist es nicht mehr als eine gesellschaftliche Konvention, dass Schlanksein schön ist, die noch nicht einmal überall Geltung hat (Abbildung), doch gibt es auch jenseits des kosmetischen Problems Gründe, sein Übergewicht zu reduzieren. Dazu zählen unter anderem die Entwicklung von Diabetes, Hypertonie, Anstieg des Harnsäurespiegels und eine allgemein verminderte Lebenserwartung. Folgendes Beispiel aus dem 19. Jahrhundert möge dies illustrieren: Ludwig der XVIII war ein gewaltiger Esser und hatte sich eines Tages in den Tuilerien von dem berühmten Koch des Herzogs D'Escars Wurstpastete zubereiten lassen, der beide Herren reichlich zusprachen. Schwere Übelkeit war die Folge, über die ein berühmtes Journal der Hauptstadt am nächsten Tag berichtete: "Gestern ward Seine Allerchristlichste Majestät von einer Unpässlichkeit befallen, an welcher der Herr Herzog D'Escars heute morgen verschieden ist".

Die Massnahmen zur Reduktion von Übergewicht zu beschreiben, würde den Rahmen des Artikels sprengen und gehört auch nicht zur Kernkompetenz einer Radiologischen Klinik. Nur soviel sei gesagt: grosser Beliebtheit erfreuen sich die Diäten, die alle, explizit formuliert oder nicht, den Abbau von Fett versprechen. Fast jede Diät ist für diesen Zweck völlig ungeeignet. Mehr noch: die meisten sind nicht nur das, sondern auch gefährlich. Obendrein sind sie veraltet oder dem Aberglauben verhaftet. Fett mache fett, also solle man nur Kohlehydrate essen, heisst es in manchen Illustrierten Blättern. In anderen steht: Fett schmilzt Fett, also dürfe man nur Fett, aber keine Kohlehydrate essen. Illustrierte und die oft absurden Diäten, die sie enthalten, werden vornehmlich von Frauen gekauft, die es fertig bringen, jedes Jahr an eine neue Wunderkur zu glauben. Diese Masche funktioniert am sichersten, wenn sich eine Galionsfigur finden lässt. Jane Fonda und andere zeigen, zu welchen alternativen Beschäftigungen die Schauspielerei offenbar qualifiziert. Noch praktischer ist es, wenn die Diät in eine neue Ideologie der Lebensführung und -bewältigung eingebettet werden kann. In diesem Fall ist nämlich besonders leicht, die Betroffenen für das - zumindest auf längere Sicht - sichere Fehlschlagen der Bemühungen selbst verantwortlich machen zu können. Wenn man sich an alle Vorschriften genau gehalten hätte, wäre es nicht zu einem Fehlschlag gekommen. Das sei zu schwierig gewesen? Dann habe man offenbar nicht genügend Willenskraft.

In ein anderes Kapitel gehört das bewusste Fasten. Es eignet sich vorzüglich für asketische Exerzitien religiöser oder allgemein spiritueller Art. Als Diät kann es nicht angesehen werden. Die Nulldiät, von manchen Illustrierten empfohlen, ist lebensgefährlich. Folgendes passiert: zuerst verbraucht der Körper die leicht mobilisierbaren Reserven an Kohlehydraten in der Leber, das sogenannte Glycogen. Damit kommt er nicht sehr weit. Anschliessend bedient er sich bei der eiweisshaltigen Muskelmasse. Es ist immer noch besser, wie ein Gespenst durch die Gegend zu wandeln, als gleich zu sterben. Der Verlust von Muskelmasse führt auch zum Effekt, dass der Grundumsatz sinkt. Das ist fürs Überleben in der Wüste oder im Konzentrationslager durchaus sinnvoll - gewöhnlich keine Aufenthaltsorte für Gourmets. Somit ist dieser Vorschlag zur Gewichtsreduktion verantwortungslos. Denn zur Muskelmasse gehört nicht nur der Pectoralis major oder der Glutaeus maximus, sondern auch das Herz. Damit ist nicht zu spassen. Jede sinnvolle Diät hindert den Körper daran, das Muskelgewebe anzugreifen. Das grosse Problem aller zur Gewichtsreduktion durchgeführten Massnahmen, handelt es sich nun um Askese, Diät oder Körperertüchtigung, liegt darin, dass es für die meisten nach erfolgreichem Abnehmen wieder lustig wird. Dann wird man wieder wählerisch, wie der Bayer, der das Gemüse erst geniessen kann, wenn es die Sau gefressen hat. Danach wird wieder so richtig zugelegt, gegessen, geschwelgt und der Effekt genossen, den Lichtenberg so beschrieben hat: " Was einem das Liegen auf dem rechten Ellenbogen ist, nachdem man eine Stunde auf dem linken gelegen". Und bald ist man wieder dort angelangt, wo man angefangen hat, wenn nicht sogar darüber hinaus.

Wer dagegen ganz leicht essen und dennoch satt werden will, muss auf ein Wunder warten. Fragen wir uns, wie Jesus seinerzeit die Speisung der Fünftausend gelungen ist. Die Geheimnisse der ganz grossen Küche sind nämlich immer ganz einfach. Der Meister hat die fünf Brote und zwei Fische in sehr, sehr kleine Stückchen zerteilt.

 

Verfasser: Dr. G. Stuckmann, Prof. Dr. H. Strunk